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Aalen

"Kairos Klaviertrio" überzeugt mit perfekter Routine

 

AALEN (l) "Aller guten Dinge sind drei", hat das Stuttgarter "Kairos Klaviertrio" gedacht, das von der Freien Waldorfschule für einen Konzertabend gewonnen werden konnte. Es erfreute sein Publikum mit einem abwechslungsreichen Programm. Da wechselten Haydn"sche Lebensfreude barocken Genres mit Philippe Gauberts nostalgisch eingefärbten modernen Tönen herbstlichen Zuschnitts bis das Konzert schließlich mit Carl Maria von Webers tiefer Romantik ausklang.

Es war unverkennbar: Die drei Instrumentalisten Julia Steinbächer (Querflöte), Uriel Stülpnagel (Violoncello) und Doriana Tschakarova hatten es bei ihrem klassischen Dreischritt auf die Vermittlung von typischer Kreationen aus drei unterschiedlichen Stilepochen angelegt. So kamen mit dem beschwingten Trio in D von Haydn, den farbenprächtigen "Trois aquarelles" von Gaubert und dem viel gespielten Trio 0pus 63 von Weber derart unterschiedlich angelegte Dreisätze zum Vortrag, dass jeder Besucher auf seine Kosten kam.

Wenn das "Kairos Klaviertrio" allerdings in Anspielung auf seinen griechischen Namen mit einer "im Augenblick entstehenden" (kairos), sprich irgendwie improvisativen Intonierung kokettiert, so stimmt das nur sehr bedingt. Was da nämlich zu hören und auch gut zu sehen war, grenzte an perfekte Routine. Vor allem die Pianistin ging mit einer geradezu traumwandlerischen Souveränität zur Sache. (...).

(Schwäbische Zeitung, 18.10.2005 00:16)

Flinke Fingeraktionen


13.10.2007

Esslingen - Einen besonderen Leckerbissen präsentierte die Kreissparkasse zum Auftakt der Konzertreihe „Junge Interpreten“ nach der Sommerpause: Im Kronensaal stellte das „Kairos Klaviertrio“ ein apartes Programm mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Bohuslav Martinu und Felix Mendelssohn Bartholdy vor. Mozarts Trio KV 542 überrascht nicht nur mit der für den Wiener Meister sehr ungewöhnlichen Tonart E-Dur, sondern schüttet auch ein Füllhorn wunderbarer Melodien über dem Zuhörer aus. Diese legte Mozart vornehmlich in den Klavierpart - damit konnte Doriana Tchakarova mit virtuoser Attitüde und variierender Anschlagskunst ihre pianistische Brillanz voll ausleben. Das dominierende Klavier fand jedoch auch immer wieder zum Dialog mit Flöte und Violoncello: Im musikalischen Stafettenlauf spielten sich die jungen Künstler die Melodien in virtuoser Manier gegenseitig zu. Julia Steinbächer hatte die heikle Aufgabe, den originalen Violinpart auf der Querflöte umzusetzen - kein leichtes Unterfangen, da die Querflöte, zumal in der tiefen Lage, nicht an das Volumen des Streichinstrumentes heranreicht. (...)

Bohuslav Martinus Trio erfreute mit kecken Tonspielen und frischem, rhythmisch pointiertem Triospiel. Über pedalgestützten Tonsequenzen entfalteten sich Flöte und Violoncello freischwebend, und in den langsamen Sätzen entstanden Momente emotionaler Emphase. Man hörte tonlich schön gefärbte (...) Gesangslinien der Flöte, und ein straff durchgezogenes Finale mit virtuosen Attacken und tänzerischem Touch. Beherzt ging das „Kairos-Trio“ Felix Mendelssohn Bartholdys Klaviertrio Nr. 1 op. 49 an. Hier griff Tchakarova vehement in die Tasten und animierte ihre Mitstreiter zu glutvollem Spiel. Das Violoncello sorgte für schwelgerische Töne, die Flöte setzte melodische Akzente, und in feiner kammermusikalischer Abstimmung schwang man sich den emphatischen romantischen Klanggipfeln empor. Die Interpretation war geprägt von dynamischer Tiefenschärfe, differenzierter Farbzeichnung und wunderschön ausgespielten Kantilenen in den Mittelsätzen. All diese Aktionen mündeten in einem Finale voller Leidenschaft und emotionaler Kraft - eine beeindruckende Demonstration bestens austarierten Triospiels.

 

Esslinger Zeitung.